SureFeed Mikrochip Futterautomat: Wie drei Katzen endlich ihr eigenes Futter fressen
Meine Erfahrung mit dem SureFeed Mikrochip Futterautomat bei drei Katzen, zwei Spezialfuttern und einer Katze, die dreimal so schnell frisst wie die anderen.
Veröffentlicht · 6. August 2026

Ich habe beim Füttern jahrelang danebengestanden.
Nicht aus Zuneigung. Aus Aufsichtspflicht.
Bei uns leben drei Katzen, und die fressen so unterschiedlich, dass „stell halt drei Näpfe hin“ als Plan noch nie funktioniert hat.
Zwei von ihnen fressen langsam und über den ganzen Tag verteilt. Beide brauchen wegen körperlicher Einschränkungen ein bestimmtes Futter, einmal antiallergen, einmal Gastro. Das ist keine Vorliebe, das ist Bedingung.
Die dritte frisst alles. Und zwar in etwa dreifacher Geschwindigkeit.
Wer schon mal einen Mehrkatzenhaushalt mit zwei Spezialfuttern hatte, kennt das Ergebnis. Die schnelle Katze ist mit ihrer Portion fertig, bevor die anderen richtig angefangen haben, verscheucht sie dann vom Napf und isst deren Futter hinterher.
Also blieben zwei Möglichkeiten. Daneben stehen, bis alle fertig sind. Oder die Katzen zum Fressen in verschiedene Zimmer sortieren.
Beides funktioniert. Beides ist auf Dauer albern.
Was der SureFeed eigentlich macht
Der SureFeed Mikrochip Futterautomat von Sure Petcare ist kein Automat, der Futter ausgibt. Er ist ein Napf mit Deckel und einem Chipleser.
Steht die richtige Katze davor, geht der Deckel auf. Tritt sie weg, schließt er wieder.
Gelesen wird der Mikrochip, den die Katze sowieso schon unter der Haut hat. Der Automat kommt mit den üblichen Chipnummern zurecht, also mit 9, 10 und 15 Stellen, und speichert bis zu 32 Tiere. Für eine Katze ohne Chip liegt ein RFID-Anhänger fürs Halsband bei.
Dazu kommen ein normaler Napf, ein geteilter Napf für zwei Sorten und eine Matte für das, was daneben geht. Rein passen 400 ml, also auch zwei Portionsbeutel Nassfutter.
Strom kommt aus vier Batterien vom Typ C, die laut Hersteller mindestens sechs Monate halten. Der Napf muss also nicht in Steckdosennähe stehen, sondern darf da stehen, wo die Katze sowieso frisst.
Anlernen: bei gechippten Katzen eine Sache von Minuten
Unsere drei sind alle gechippt, deshalb war das Einrichten unspektakulär. Knopf drücken, Katze fressen lassen, Chip ist gespeichert.
Für ängstliche Tiere gibt es einen Trainingsmodus, bei dem sich der Deckel erst gar nicht und dann in Stufen weiter bewegt, bis die Katze das Geräusch akzeptiert.
Bei uns hat das kaum eine Rolle gespielt. Wo Futter drin ist, ist Skepsis erfahrungsgemäß schnell verhandelbar.
Was sich im Alltag geändert hat
Füttern ist keine Veranstaltung mehr.
Die beiden Langsamfresser können sich Zeit lassen. Ihr Futter steht offen im Raum und ist für die dritte trotzdem unerreichbar.
Zwischen den Bissen liegt der Deckel drauf, das Nassfutter trocknet also nicht auf. Bei Katzen, die über Stunden immer mal wieder vorbeikommen, ist genau das der Punkt.
Und ich stehe nicht mehr daneben.
Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der ganze Unterschied. Vorher war jede Mahlzeit ein Termin, bei dem ich anwesend sein musste. Jetzt ist es einfach Futter, das dasteht.
Eine zusätzliche Haube hilft dann auch noch dabei, die Katzen ungestört fressen zu lassen.
Was ich daran mag
- Der Schlüssel ist schon in der Katze. Kein Halsband, kein Anhänger, kein Zubehör, das verloren geht.
- Es löst genau ein Problem, und das richtig. Wer welches Futter frisst, ist keine Verhandlungssache mehr.
- Spezialfutter wird wieder verlässlich. Bei antiallergenem oder Gastro-Futter ist es eben keine Nebensache, ob am Ende die richtige Katze das richtige Futter im Bauch hat.
- Der geteilte Napf ist mitgedacht. Nass und trocken nebeneinander, ohne dass beides eine gemeinsame Konsistenz entwickelt.
- Er braucht keine Aufmerksamkeit. Keine App, keine Firmware, kein Konto. Batterien rein, Katze anlernen, fertig.
Die ehrlichen Grenzen
Jetzt der Teil, der mich wirklich nervt.
Eine unserer Katzen isst wie ein Kleinkind. Also mit Einsatz und in alle Richtungen.
Wenn dabei Soße neben den Napfeinsatz läuft und in die Ritzen des Gehäuses wandert, wird es unangenehm. Der Napf darf in die Spülmaschine, Matte und Deckel wäscht man von Hand. Das Gehäuse aber darf nie ins Wasser, es wird nur feucht abgewischt. Und auseinandernehmen lässt sich das Ganze nur mit viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Vom Hersteller vorgesehen fühlt sich das Auseinanderbauen auf jeden Fall nicht an.
Bei trockenen Krümeln ist das kein Thema. Bei getrockneter Nassfuttersoße in einer Kante, an die man mit dem Finger nicht kommt, schon.
Dazu drei Dinge, die man vorher wissen sollte.
Er portioniert nicht. „Futterautomat“ heißt hier nur: kontrollierter Zugang. Wer ein Gerät sucht, das morgens um sieben von selbst Futter ausgibt, sucht etwas anderes.
Er kostet grob 130 €, und in einem Haushalt mit mehreren Katzen kauft man selten nur einen.
Und er regelt den Napf, nicht die Stimmung im Raum. Eine Katze, die sich daneben setzt und wartet, sitzt weiterhin da. Der Deckel bleibt zu, aber Sozialverhalten nimmt das Gerät niemandem ab.
Würde ich ihn wieder kaufen?
Sofort.
Für eine einzelne Katze ist er wahrscheinlich Luxus, außer das Nassfutter soll länger frisch bleiben oder es soll niemand mitnaschen, der nicht mitnaschen darf. Ein Hund im Haus zählt da auch dazu.
Für einen Haushalt mit mehreren Katzen, von denen eine schnell frisst und die anderen ein bestimmtes Futter brauchen, ist er dagegen kaum zu ersetzen.
Richtig sauber zu bekommen ist er nicht. Aber er hat mir eine Aufgabe abgenommen, die ich jahrelang selbst gemacht habe, und zwar schlechter als er.
✦Löst kein Katzenproblem, sondern mein Aufsichtsproblem. Ich muss beim Füttern nicht mehr daneben stehen und Schiedsrichter spielen.
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