Backforce One Plus: Der Stuhl, über den ich erst schreibe, weil was abgebrochen ist
Meine Erfahrung mit dem Backforce One Plus nach 2,5 Jahren: ein guter Bürostuhl, aber die eigentliche Geschichte ist der Garantiefall und wie schnell der Support war.
Veröffentlicht · 2. August 2026

Über einen Bürostuhl schreibt man nicht, solange er funktioniert.
Man sitzt drin, jeden Tag, und denkt keine Sekunde an ihn. Genau das war der Backforce One Plus für mich, zweieinhalb Jahre lang.
Interessant wurde er erst letzte Woche. Als oben an der Armlehne die 5D-Armauflage einfach abgebrochen ist.
Der One Plus ist ein ergonomischer Stuhl aus deutscher Fertigung, irgendwo zwischen Bürostuhl und Gaming-Chair. Von Hand gebaut, mit synchroner Mechanik, verstellbarer Lordosenstütze und diesen 5D-Armlehnen, die sich in alle Richtungen schieben und wegklappen lassen.
Zweieinhalb Jahre, in denen ich nicht an ihn gedacht habe
Das ist eigentlich das größte Kompliment, das ich einem Stuhl machen kann.
Kein Durchsitzen, kein Knarzen, keine Stelle, an der der Bezug aufgibt. Die Verstellung sitzt da, wo ich sie eingestellt habe, und bleibt da.
Ein Stuhl, der nach zwei Jahren immer noch wie am ersten Tag hält, fällt im Alltag nicht auf. Und das soll er auch nicht.
Er war schlicht der Ort, an dem ich arbeite. Mehr Gedanken hat er nicht gebraucht.
Was dann abgebrochen ist
Und dann bricht eben doch mal was.
Oben an der Armlehne, das Teil der 5D-Armauflage, das sich normalerweise in alle Richtungen verstellen lässt, hat sich verabschiedet. Nicht dramatisch, aber deutlich ab.
Beim Suchen nach einer Lösung bin ich über eine Sache gestolpert, die ich vorher gar nicht auf dem Schirm hatte: Backforce gibt auf alles, was kein Verschleißteil ist, zehn Jahre Garantie.
Und die Armauflage zählt nicht als Verschleißteil.
Der Garantiefall, der mich überzeugt hat
Hier wird es konkret, und hier hat mich der Stuhl eigentlich erst gewonnen.
- Donnerstagabend habe ich den Garantiefall aufgemacht.
- Freitag um 10 Uhr kam die Antwort, dass das Ersatzteil unterwegs ist.
- Fünf Tage später hatte ich alles zu Hause, um den Stuhl selbst zu reparieren.
Keine Rückfrage-Schleife, kein Kaufbeleg-Pingpong über zwei Wochen, keine Hotline, die mich erst mal an eine andere Hotline weiterreicht.
Ich musste den Defekt selbst beheben, das stimmt. Aber das Teil war da, es hat gepasst, und danach war der Stuhl wieder so gut wie vorher.
An dieser Stelle merkt man, ob ein Hersteller nur beim Kaufen freundlich ist oder auch danach.
Die ehrlichen Grenzen
- Er ist nicht unkaputtbar. Meine abgebrochene Armauflage ist der lebende Beweis.
- Reparieren muss man selbst. Es kommt kein Techniker, es kommt ein Paket. Wer keine Lust auf Schraubarbeit hat, sollte das wissen.
- Günstig ist er nicht. Jenseits der 600 Euro bezahlt man hier für Aufbauqualität, Verstellbarkeit und, wie sich zeigt, für einen Support, der wirklich liefert.
- Zehn Jahre Garantie klingt groß, meint aber den Stuhl ohne Verschleißteile. Rollen zum Beispiel sind ausgenommen. Die ersten drei Jahre gilt die volle Garantie, danach läuft sie bis ins zehnte Jahr weiter.
Würde ich ihn wieder kaufen?
Ja. Und ehrlich gesagt jetzt mehr als vor der Reparatur.
Vorher war er nur ein guter Stuhl, in dem ich sitze. Jetzt weiß ich auch, was passiert, wenn doch mal was kaputtgeht. Und das ist bei einem Möbel, das man täglich benutzt und teuer bezahlt, mindestens genauso wichtig wie der Sitzkomfort.
Für Leute, die einen ergonomischen Stuhl fürs Homeoffice oder Büro suchen und ein paar Jahre Ruhe haben wollen, ist der Backforce One Plus eine sehr solide Sache.
Für alle, die den günstigsten Stuhl im Regal wollen, natürlich nicht.
Am Ende ist es fast paradox: Was mich überzeugt hat, war nicht, dass nie was kaputtgeht. Sondern wie unaufgeregt es war, als doch mal was kaputtging. Und ein Stuhl, bei dem das so läuft, ist ziemlich gutes Zeug.
✦Zwei Jahre lang einfach ein guter Stuhl. Und als doch was abbrach, war der Support schneller als jede Erwartung. Deshalb wieder.
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